Kath. Pfarrkirche St. Nikolaus in Elzach Elzach
Die heutige Pfarrkirche St. Nikolaus in Elzach steht an der Stelle eines älteren Vorgängerbaus, deren tiefer liegenden Ziegelsteinboden man 1936 bei Ausschachtungsarbeiten unter dem Chor fand. Der bis heute erhaltene, spätgotische Chorbau wurde 1522 begonnen, wie mehrere Jahreszahlen ausweisen. Die Pfarrkirche verfügt über ein sechsstimmiges Geläut. Die Glocken 3 und 5 wurden im 15. Jahrhundert vom lothringischen Glockengießer Dumman Ropolt geschaffen. Die übrigen Glocken wurden in den Nachkriegsjahren von der Glockengießerei Schilling hinzugegossen. In der Melodielinie erklingt das neue Berliner Gedächtniskirche- Motiv.
Die Anlage erfuhr im Jahr 2016 eine umfassende Sanierung. Der Einbau neuer Holzschallläden trägt zu einer hörbaren Verbesserung der Klangabstrahlung des Geläutes bei. Das Aufhängen der Glocken an überschweren neuen Eichenholzjochen führt über eine Reduzierung der Läutewinkel zu einer signifikanten Entlastung der Baukonstruktionen.
Unterhalb der Glockenstube steht noch ein altes mechanisches Räderuhrwerk der Firma Schneider; es ist elektrifiziert und voll funktionstüchtig. In den Uhrenschlag integriert sind die Glocken 1–4. Die Glocken 2, 3 und 4 übernehmen den Viertelstundenschlag, die große Glocke 1 den Stundenschlag.
Der ehemalige Glockensachverständige Kurt Kramer schreibt in seinem im Jahr 1983 verfassten Gutachten: „Der Turm der kath. Pfarrkirche St. Nikolaus in Elzach beherbergt ein wunderschönes sechstimmiges Geläute, das durch das Einbeziehen der beiden alten Glocken von Dumman Ropolt einen sehr eigenständigen, interessanten Klangcharakter erhält. Das Geläute klingt sehr ausgeglichen, auch bei den meisten Teilmotiven, und gewinnt Profil vor allem bei Motiven mit den mittelalterlichen Glocken.“
Musikalische und technische Daten
|
| Gießer | Gussjahr | Material | Ø in mm | kg | Nominal |
| 1 | F. W. Schilling, Heidelberg | 1957 | Bronze | 1550 | 2500 | d’-10 |
| 2 | F. W. Schilling, Heidelberg | 1957 | Bronze | 1269 | 1356 | f’-8 |
| 3 | Dumman Ropolt | 1463 | Bronze | 1075 | 722 | g’-10 |
| 4 | F. W. Schilling, Heidelberg | 1957 | Bronze | 992 | 636 | a’-10 |
| 5 | unbez. (Dumman Ropolt) | 1472 | Bronze | 810 | 309 | b’-8 |
| 6 | F. W. Schilling, Heidelberg | 1957 | Bronze | 828 | 371 | c’’-8 |