Kath. Pfarrkirche St. Martin in Seefelden Uhldingen-Mühlhofen
Die Pfarrkirche St. Martin in Seefelden besitzt eine gotische Apsis (15. Jahrhundert) und ein Langhaus aus der Zeit um 1700. Der Turm, der älteste Teil der Kirche, stammt aus dem 12. Jahrhundert (Romanik). Der neugotische Flügelaltar stammt aus dem Jahr 1912 und stellt in neun Bildtafeln das Leben des Martin von Tours dar; die Beichtstühle wurden in Joseph Anton Feuchtmayers Werkstatt geschnitzt und standen bis 1806 in Birnau. Die Pfarrei Seefelden wurde möglichweise bereits im 7. Jahrhundert gegründet. Urkundlich erwähnt wurde sie erstmals 1165.
In einem mittelalterlichen Holzglockenstuhl hängen in drei Gefachen insgesamt vier Glocken. Im linken Gefach im Bereich des Treppendurchstieges hängen die zwei kleinen Glocken, im mittleren Gefach die große Rosenlecher Glocke und rechts Glocke Nr. 2, ebenfalls eine mittelalterliche Glocke. Der Holzglockenstuhl wurde nach allen Regeln der Denkmalpflege und der Zimmermannskunst liebevoll restauriert und die Kraftschlüssigkeit sämtlicher Knotenpunkte wiederhergestellt. Das Geläut von St. Martin in Seefelden ist nicht nur von Inschrift und Darstellung auf den Glocken historisch bedeutend; es hat auch durchaus in musikalischer Hinsicht Bedeutung. Insbesondere die beiden Glocken aus dem 14. Jhdt. (vermutlich in Konstanz gegossen) machen das Geläute so einzigartig. Das deutlich schonendere Anschlagverhalten der mit Bronzepuffern ausgestatteten Klöppel führt zu einer warmen, zurückhaltenden und ruhigen Klangentfaltung aller Glocken. Unter der Voraussetzung eines sorgsamen Umganges wird dieses wunderbare Geläute noch über viele Generationen hinaus als Teil der Meersburger Glockenlandschaft erklingen.
Musikalische und technische Daten
|
| Gießer | Material | Gussjahr | kg | Ø in mm | Nominal |
| 1 | L./Ulr. Rosenlecher, Konstanz | Bronze | 1673 | 1550 | 1350 | es'-9 |
| 2 | unbez., vermutlich aus Konstanz | Bronze | 14. Jh. | 562 | 940 | b'-4 |
| 3 | Hans Frey, Kempten | Bronze | 1583 | 290 | 780 | c’’±0 |
| 4 | unbez., vermutlich aus Konstanz | Bronze | 14. Jh. | 180 | 680 | d’’-2 |