Kath. Pfarrkirche St. Michael in Karlsruhe-Beiertheim Karlsruhe
Die im Geist des II. Vatikanischen Konzils errichtete Pfarrkirche St. Michael in Beiertheim wurde im Jahr 1965 von Weihbischof Gnädinger geweiht. Sie verfügt über ein dreistimmiges Geläut der Glockengießerei Schilling. In der Melodielinie erklingt das so genannte Te-Deum-Motiv.
In einem freistehenden, seitlich auf dem Kirchplatz positionierten Stahlbetoncampanile hängen die Glocken in einem Stahlglockenstuhl. Die Läuteanlage erfuhr im Jahr 2024 eine umfassende Sanierung. Hierbei wurden die Glocke an neuen Holzjochen aufgehängt und mit neuen Klöppeln ausgestattet.
Alle drei Glocken verfügen über ein Schlagwerk. Die Glocken 2 und 3 übernehmen den Viertelstundenschlag, die Glocke 1 den Stundenschlag. Der Turm ist auf vier Uhrseiten mit Uhrenzifferblättern belegt.
Zur Geschichte der Glocken von St. Michael schrieb Peter Nicola im Jahr 1991: „Die Schillingglocke von 1937 ist ein ausgezeichnetes, singfreudiges Instrument. Für die alte Michaelskirche wurde 1924 bei Bachert, Karlsruhe, ein Geläute mit der Tonfolge c”- e”- g” beschafft. Dieses Geläute wurde 1942 enteignet und 1952 durch ein neues Vierergeläute von der Glockengießerei Bachert, Karlsruhe, (c‘‘ - es” - f” - as”) ersetzt.
Für die neue Michaelskirche sollte ursprünglich ein Geläute mit der Tonfolge d’ - f’ - g’ - a’ - b’ angeschafft werden. Dieses Geläute konnte aus finanziellen Gründen nicht beschafft werden. Das Geläute der alten Kirche aber wurde nicht übernommen, sondern 1965, dem Weihejahr der Kirche, durch die o.g. Glocken ersetzt, die von Schilling, Heidelberg, zunächst als Leihglocken zur Verfügung gestellt wurden. Diese Glocken hingen ursprünglich in der St. Franziskuskirche in Karlsruhe-Dammerstock. Das Geläute der alten Michaelskirche wurde nach Heidelberg geschafft und dort aufbewahrt. Nach dem Tod von F.W. Schilling gingen die Leihglocken in das Eigentum des Erzb. Ordinariates über, das von Schilling als Universalerbe eingesetzt worden war. Mit Tauschurkunde vom 7. Oktober 1975 gingen die Leihglocken in das Eigentum der Pfarrgemeinde St. Michael über, die ihrerseits auf die Besitzansprüche für das alte Michaelsgeläute c” - es” - f” - as” verzichtete. Diese Glocken läuten heute, ergänzt durch eine as’ von 1975, in Blumberg-Achdorf, das zuvor nur ein Eisengeläute besessen hatte.
Das Geläute von St. Michael ist erweiterungsfähig. Sollte sich die Gemeinde entschließen, die beiden noch fehlenden Glocken anzuschaffen, so kämen am ehesten zwei Glocken mit den Tönen es’-1 (1100 kg) und f’-1 (750 kg) in Frage. Jedoch wäre auch die Ergänzung durch c’-3 (1800 kg) und es’-1 (1100 kg) denkbar.“ In der nebenstehenden Audiobox sind Simulationen der möglichen Geläuteergänzungen anhörbar.
Musikalische und technische Daten
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| Gießer | Gussjahr | Material | Ø in mm | kg | Nominal |
| 1 | F. Schilling, Apolda | 1937 | Bronze | 970 | 527 | g'-1 |
| 2 | F. W. Schilling, Heidelberg | 1950 | Bronze | 800 | 301 | b'+2 |
| 3 | F. W. Schilling, Heidelberg | 1950 | Bronze | 720 | 212 | c"-1 |