Kath. Pfarrkirche St. Martin in Blumberg-Hondingen Blumberg-Hondingen
Die Pfarrkirche St. Martin in Hondingen verfügt über ein fünfstimmiges Geläut. Darunter befinden sich zwei historische Glocken aus den Jahren 1550 (unbezeichnet) und 1865 (Gießerei Grüninger), sowie eine Grüninger-Glocke von 1923. Zu diesen wurden im Jahr 1980 zwei Glocken von der Heidelberger Glockengießerei hinzugegossen. Die Glockenzier dieser beiden Glocken stammt von dem Neufracher Bildhauer Wolfram Seidel. In der Melodielinie erklingt das Idealquartett mit Oberoktave.
In einem historischen Holzbockstuhl hängen die fünf Glocken in vier Gefachen. Die Anlage erfuhr im Jahr 2012 eine umfassende Sanierung.
Der Turm ist auf einer Seite mit einem Uhrenziffernblatt belegt. Die Glocken 1, 2 und 3 verfügen über ein Schlagwerk. Hierbei übernehmen die Glocken 2 und 3 den Viertelstundenschlag, die Glocke 1 tätigt den Stundenschlag. Auf einem der Turmzwischengeschosse steht noch ein altes Uhrwerk, welches jedoch komplett stillgelegt wurde. Eine Reaktivierung wäre aus Gründen der Denkmalpflege erstrebenswert.
In seinem Abnahmegutachten für die neu gegossenen Glocken schreibt der ehemalige Glockensachverständige Kurt Kramer:
„Die beiden neuen Glocken gis‘ und e‘‘ sind sehr schöne Klanginstrumente, die Ruhe und Wärme auszustrahlen vermögen. Dies soll nicht heißen, daß die alten Glocken dem Niveau nicht standhalten könnten, vor allem die h‘-Glocke aus dem Jahre 1550 mit ihrem elegischen tiefgründigen Klang und die kleinste Grüninger Glocke aus dem Jahre 1864, die gis“, die freudig und unbekümmert zu läuten scheint, [ist] für diese Zeit eine sehr gute Glocke. Sowohl im Vollgeläute als auch bei den Detailgeläuten fügen sich die neuen und die alten Glocken sehr harmonisch zusammen. Drei verschiedene Jahrhunderte in Harmonie zur Verkündigung der Frohbotschaft. […] Zusammenfassend kann gesagt werden, daß die Geläuteergänzung der Kath. Pfarrkirche in Hondingen in vollem Umfange gelungen ist. Durch die Einbeziehung der alten Glocken hat Hondingen ein sehr schönes, im Klangcharakter unverwechselbares Geläute erhalten.“
Musikalische und technische Daten
|
| Gießer | Gussjahr | Material | Ø in mm | kg | Nominal |
| 1 | Glockengießerei Heidelberg | 1980 | Bronze | 949 | 484 | gis’+4 |
| 2 | unbezeichnet | 1550 | Bronze | 850 | 650 | h’+7 |
| 3 | B. Grüninger, Villingen | 1923 | Bronze | 720 | 550 | cis’’+4 |
| 4 | Glockengießerei Heidelberg | 1980 | Bronze | 591 | 132 | e’’+6 |
| 5 | B. Grüninger, Villingen | 1865 | Bronze | 465 |
| gis’’-1 |